Donnerstag, 26. Januar 2012

BEISPIEL - BLOGTEXT: Bundespräsident: Ein Amt zum Abschaffen?


Was macht man mit einem inzwischen komplett demontierten Wolff mit "u", der in seinem Schloss nur wenig mehr als verbrannte Ehre, pardon, verbrannte Erde hinterlassen hat? Man sucht, nolens volens, einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin, die irgendwie den glaubhaften Eindruck vermitteln, für die nächsten fünf Jahre weder sich selbst noch ihr hohes Amt ad absurdum zu führen, oder der öffentlichen Lächerlichkeit preiszugeben. Allerdings sollte in diesem Spannungsfeld zwischen täglich deutlich hervorblitzender Amtsverfügbarkeit und hochpolitischem Nachfolgegerangel eine gänzlich andere Option nicht demokratisch undiskutiert bleiben: Die komplette Abschaffung des Bundespräsidentenamtes. Tatsächlich könnte Deutschland bestens auf diese absurd hoch dotierte und Steuergelder fatal vernichtende Position eines Quasi-Monarchen verzichten. Und das lässt sich auch bestens begründen. Professionelle Unternehmensberater würden da jedenfalls sofort uneingeschränkt zustimmen.



Was macht so ein Bundespräsident eigentlich den lieben langen Tag für sein vieles Geld?

Allen Wikiwissern ist es geläufig (oder zumindest problemlos nachlesbar), dass ein Bundespräsident im Wesentlichen nur zum Repräsentieren da ist. Das bedeutet konkret:

- Er empfängt zu Jahresbeginn einen Haufen stark geschminkter Blagen, die sich kieksend für die heiligen drei Könige ausgeben.

- Er empfängt außerdem eine Menge älterer Hochstapler, die sich irgendwie für gesellschaftlich oder politisch wichtig halten, und die viel zu viel teuren Sekt vertragen. Selbstverständlich alles auf Kosten der Steuerzahler.

- Er mimt den großdeutschen Grüßaugust, wo und wann auch immer.

Hallo? Dafür haben andere Staaten ihre völlig zu recht verehrten Monarchen. Und das ist immerhin grundehrlich. Bevor sich der Deutsche also über jene Menschen lustig macht, die sich für teuer Geld Könige und Kaiser halten, sollte er sich erst mal an die eigene Staatsnase fassen, solange im Schloss Bellevue noch irgendjemand seine hoffnungslos überdimensionierte Apanage bezieht.

Ist da sonst gar nichts mehr?


Das fragt sich nicht nur V'ger (aus "Star Trek: The Motion Picture"), das fragen sich inzwischen auch immer mehr deutsche Steuerzahler. Und einmal mehr hilft uns Germanen Terranern das Wiki auf die Wissenssprünge. Denn der Bundespräsident, man lese und staune, hat urplötzlich dann etwas zu melden, wenn dem Bundeskanzler (eine wahrhaft feminine Form gab es leider noch nicht) das Vertrauen aberkannt wird, und sich in Folge dessen der Deutsche Bundestag auflösen muss. Dann darf auch der Bundespräsident endlich mal was sagen. Aber wann passiert das schon mal? Und selbst wenn es mal dazu kommen sollte - muss man sich für diesen lächerlich unwahrscheinlichen Etwafall von Staats wegen einen hoffnungslos überbezahlten und unterbeschäftigten Staatsdiener mit der lebenslangen Lizenz zum Luxusleben halten? Nein. Das muss man definitiv nicht.

Fazit

Stuttgart21 ist echt schlimm. Aber Bundespräsident ist noch schlimmer. Wann werden mündige Bürger endlich mal für die Abschaffung dieses Druckpostens hartnäckig protestieren?
-Carina Collany-

3 Kommentare:

  1. Frau Collany schreibt sinngemäß ganz richtig, dass der Bundespräsident im Fall des Verfalls des Deutschen Bundestags, neben einem kühlen und klaren Kopf, auch noch über eine vernünftig begründete und unabhängige Entscheidungsklarheit und -stärke verfügen muss. Ob man diese positiven und wichtigen Fähigkeiten und Fertigkeiten dem derzeitigen Amtsinhaber uneingeschränkt attribuieren will - nun, nach den sattsam bekannten Ereignissen eher wohl nicht. Und als "Grüßaugust" (was für ein köstlich satirisches Bild!) taugt er auch nur noch stark begrenzt, und zwar ausschließlich zu Themen, die das Kriterium maximaler Politikferne perfekt erfüllen. Denn wer wollte sich von der "Causa Wulff" heute noch allen Ernstes Vorträge über Redlichkeit, Offenheit, Transparenz, Zuverlässigkeit, Seriosität und Vertrauen anhören? Oder was der mentalen Ehrenabzeichen mehr sind?

    Gemäß der Frage "Ist das Kunst oder kann das weg?" sage ich: Es kann weg.

    AntwortenLöschen
  2. Ey - wer hat außer mir noch alles die Heute Show im ZDF gesehen?

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1553220/Wehr-Wulff

    Der Wulff is so komplett im Eimer :-P

    AntwortenLöschen
  3. Der Kommentar von Gernot Hassknecht war ja wohl wieder mal göttlich. Die "Pflichten" eines Bundespräsidenten kann auch ein Kaktus übernehmen. Ich hab mich am Boden gerollt vor Lachen!

    Kaktus Christian *lol* - bestechend bestechlich :P ich schmeiß mich immernoch weg!!!

    Gernot Hassknecht for Bundespräsident!!!

    AntwortenLöschen