Donnerstag, 3. November 2011

BEISPIEL-BLOGTEXT: Woolies - Bestrickender Sexappeal durch flauschige Fetischmode


Woran denken Sie bei dem Schlagwort Fetischmode? Wahrscheinlich an Lack, Leder und Latex. Das ist alles nicht verkehrt. Doch Woolies haben mit derartigen Populärantworten nichts im Sinn. Denn sie sind wahre Wollfetischisten. Es macht sie an, Wolle auf der nackten Haut zu spüren, oder sich in außergewöhnlich ungewöhnlicher Form in exklusiven Strickmoden zu zeigen. Ob dabei die raue Norwegerwolle aufreizend auf der Haut kratzt, oder flauschiger Mohair sinnlich sanft die Sinne anstachelt, ist eine ziemlich verstrickte Geschmackssache, die auch vor männlichen Kronjuwelen und weiblichen Paradiesgärten nicht Halt macht. Die neue Woll-Lust ist dabei bereits schon so weit fortgeschritten, dass das produzierende Gewerbe kaum noch mit der enormen Nachfrage Schritt halten kann. Bei diesem Thema gibt es also sowohl für erotische Entdecker als auch für flexible Freiberufler auf der Suche nach der ultimativen Geschäftsidee eine Menge Neuland zu entdecken. Woll?

Die behagliche Seite

Woolies lassen sich von dem einzigartigen Tragegefühl und Kuschelkomfort ganz entspannt erregen. Meist wird dabei die Wollkleidung in möglichst vielen Schichten angelegt, wobei es dem echten Wollfetischisten herzlich egal ist, ob es draußen kalt oder warm ist. Es gibt zeigefreudige Woolies, die mit farblich stark kontrastierenden Kleidungsstücken deutlich machen wollen, wie viele Pullover und Schals sie gleichzeitig tragen können. Und es gibt die eher stillen Genießer, die all ihre Schätze unter einer rundum verhüllenden Wollaußenschicht verbergen. Natürlich muss auch die Unterwäsche aus Wolle gefertigt sein. Vom "Willy-Wärmer" bis zu den Schafwollstrapsen gibt es hier alles, was das Wuschelherz begehrt.

Die unternehmerische Seite

Kann man als Strickerin von seiner Hände Arbeit leben? Seit die Woolies sich in hellen Scharen selbstbewusst geoutet haben, ist dieser Frage ein starkes "Ja" als Antwort beschieden. Dabei ist es egal, ob man eine Strickmaschine zu bedienen versteht, oder ob man die Nadeln zwischen den eigenen Fingern klappern lässt. Natürlich sind handgestrickte Unikate in der Szene sehr begehrt. Die enorme Nachfrage hat findige Strickstuben sogar schon dazu veranlasst, ein Beschäftigungsprogramm der etwas anderen Art zu starten. Dazu werden rüstige Rentnerinnen rekrutiert, die für ihr Leben gerne gestrickt haben, und auch immer noch mit Leidenschaft und Ausdauer stricken mögen. Ausdauer ist hier besonders wichtig, denn die Damen haben in ihrem neuen Job regelmäßig einen Acht-Stunden-Tag zu bewältigen. Natürlich hat die eine oder andere gestandene Dame so ihre Bedenken, wenn sie sich ihr fertig gestelltes Werk ansieht. Insbesondere die wollenen Wärmer für das Gemächte sorgen da immer wieder für milde Belustigung. Doch wenn der Stricklohn stimmt, die Arbeit Freude macht, und die Produkte liebevoll wertgeschätzt werden, dann kann es ja im Endeffekt egal sein, wo sich der zufriedene Kunde seine Neuerwerbung hinpackt.

In Memoriam: Knut

Der Kultursender "arte" berichtete unlängst in einer Ausgabe seiner "tracks" von einer wollüstig gelebten SM-Beziehung, in der die dominante Partnerin ihren devoten Gefährten dazu zwang, in einem wollenen Knut-Kostüm rumzulaufen. Dieser possierliche Anblick sorgte sowohl für Aufsehen als auch für Interesse. Und die Gebieterin, die als Eisbärfan von Knuts Tod sehr betroffen war, hatte ab sofort einen würdigen Ersatz, mit dem sie Tag und Nacht nach Herzenslust kuscheln konnte. So zärtlich kann Sadomaso sein.

-Carina Collany-

1 Kommentare:

  1. Den Beitrag auf "arte" hab ich gesehen. Der war echt interessant.

    http://www.arte.tv/de/4113678,CmC=4113684.html

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