Woher weiß eigentlich ein Notebook, dass es mit dem Akku, den man ihm eingesetzt hat, technisch klarkommen wird? Woran erkennt das Gerät, wie viel Power der Akku noch aufbieten kann, und wie viele Ladezyklen er bereits hinter sich gebracht hat? Und wann kann auch das wehrhafteste und mit neuester Software bekrallte IT-Schoßkätzchen nicht verhindern, dass ihm ein schadhafter Akku vernichtende Gewalt antut? Die Antwort auf all diese spannungsgeladenen Fragen kennen jene Hersteller von Akkus nur allzu gut, die in der Vergangenheit zu peinlichen bis gefühlt geschäftsschädigenden Akku-Rückrufaktionen gezwungen waren. Darunter solche ansonsten untadelig klangvollen Namen wie Fujitsu, BenQ, Hitachi oder HP. Und inzwischen hat es sogar auch jenes tragbare Obst erwischt, das die Kenner alter Apfelsorten unter McIntosh, und alle Macianer unter Apple kennen. Doch was sind nun eigentlich die Schwachstellen an den mobilen Stromquellen? Und können die spannungsreichen Fehlzünder auch dem Menschen gefährlich werden?
Wenn der Apfel weit vom Stamm fällt
Wenn ein Apple-Notebook mit seinem Akku kommuniziert, dann ist dieses grundsätzlich geheime Gespräch erstaunlicherweise lediglich durch zwei schlappe Passwörter geschützt. Dieses bisschen trügerische Sicherheit lässt sich ganz einfach aushebeln, wie der IT-Security-Experte Charlie Miller herausgefunden hat. In Versuchen mit dem eigenen Equipment konnte er problemlos einen Zugriff auf den Akku-Controller ausführen, und diesen nach eigenem Belieben, wenn auch durchaus nicht im Sinne des Erfinders, umprogrammieren. Zwar kann Miller dem Akku nicht befehlen, sich in fünf Sekunden selbst zu zerstören. Das kann übrigens sonst auch niemand, wie zur Beruhigung festgestellt sei. Doch Miller könnte den Akku mit seinem Schadcode dennoch ein für alle Mal komplett unbrauchbar machen. Und prinzipiell könnte er auch dafür sorgen, dass sich das Notebook beim infizierten Akku ansteckt, und in der Folge selbst tödlich erkrankt. Die Zeiten, in denen die Macianer mangels Masse keine Hackerangriffe zu fürchten brauchten, sind offenbar endgültig vorbei. Steigende Marktanteile können eben auch ihre Tücken haben. Da ist es durchaus beruhigend, dass Charlie Miller zu den "Guten" gehört.
Brandgefährlich
Im Dezember 2009 bescherte Fujitsu seinen Fans eine unliebsame vorweihnachtliche Überraschung. Es hatte sich nämlich herausgestellt, dass die Notebook-Akkus der Serien Pa2510, Pi2512 und Pi2515 bei der Arbeit thermisch mehr in Wallung geraten konnten, als es der Betriebssicherheit dienlich war. Oder anders ausgedrückt: Die Dinger konnten so heiß werden, dass sie buchstäblich Feuer fingen. Klar, dass diese fehlgeleiteten Brandsätze vom Hersteller zurückgenommen und ausgetauscht werden mussten. Dieses heiße Eisen mussten übrigens auch andere Akku-Hersteller, so zum Beispiel Hitachi, Apple, Lenovo oder Toshiba, wohl oder übel schon anfassen. Das Thema Akku kann also wirklich richtig flammend diskutiert werden. Und zwar mit einem derartigen Feuereifer, dass sogar manche Fluglinien den Betrieb von mit Akku versorgten Notebooks auf Sicherheitsgründen verboten hatten.
Fazit
Von Notebook-Akkus gehen im Wesentlichen zwei ernst zu nehmende Gefahren aus. Einmal die Möglichkeit, dass der Akku über seinen eingebauten Mikroprozessor zur Schadcodeschleuder wird, und damit sowohl sich selbst als auch das Notebook über die Klinge springen lässt. Die andere Gefahr ist mit Feuer und Flamme treffend umschrieben. Da ist der normale Netzbetrieb im Zweifelsfall immer die sicherste Alternative zum Lithium-Ionen-Überraschungs-Ei.
-Carina Collany-
Some like it hot, but cool people not ;-)
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